Party season.

Da ich in den vergangenen Tagen mehrfach gefragt worden bin, wie hier in Großbritannien Weihnachten gefeiert wird, hier das Skript eines Beitrags, den ich gerade geschrieben habe.

Wer sich in Deutschland darüber aufregt, wie lange vor dem Weihnachtsfest Lebkuchen und Spekulatius in den Supermärkten stehen – der soll erst mal nach Großbritannien kommen. In einem großen Laden bei mir um die Ecke ist es schon im September passiert. Aus dem Regal für Saisonware sind die Artikel für´s Barbecue urplötzlich verschwunden – und da wo eben noch Holzkohle und Marinaden angeboten wurden, stand plötzlich eine Armee von Schokoweihnachtsmännern.

Auch in der Londoner Innenstadt weihnachtet es schon lange. Anfang November wurde auf der Einkaufsmeile Oxford Street „The big switch on“ begangen – das feierliche Einschalten der pompösen Weihnachtsbeleuchtung. Seitdem nimmt das Gewusel hier jeden Tag zu – Menschenmassen, vollgepackt mit großen Einkaufstüten, strömen aus den Läden. Von Wirtschaftsflaute keine Spur. Von Besinnung allerdings auch nicht. Die Briten nennen die Vorweihnachtszeit Party Season – wegen der vielen Betriebs-Weihnachtsfeiern, auf denen sie es so richtig krachen lassen. Es fließt viel Alkohol – oft bis zum Augenstillstand. Die Kaufhäuser haben extra Schaufenster mit den entsprechenden Klamotten für die Saison. Für die Mädels extrem kurze Glitzerkleidchen und Killer-High-Heels – für die Jungs mehr oder weniger elegante Anzüge.

Auch an Weihnachten selbst kommen die Briten nur kurz zur Ruhe. Heiligabend ist ein fast normaler Werktag. Geschenke gibt´s erst am 25. Dezember morgens – und die werden nicht etwa vom Christkind, sondern von Santa Claus gebracht. Mittags gibt´s dann das klassische Truthahnessen, meist mit Rosenkohl und Bartkartoffeln. Zum Dessert kommen traditionell Mince Pies auf den Tisch – kleine klebrig-süße Gebäckteilchen. Bei Tisch geht es ein bisschen zu wie bei uns an Silvester – alle tragen bunte Papphütchen und lassen Christmas Cracker – Knallbonbons – krachen. Und wieder spielt Alkohol eine wichtige Rolle. Nachmittags versammelt sich die Familie vor dem Fernseher, um die Weihnachtsansprache der Queen anzuschauen.

Am 26. Dezember, dem so genannten Boxing Day, ist dann wieder Schluss mit Besinnung. Die meisten Läden haben geöffnet – und die Briten strömen in Scharen in die Innenstädte, um ihre Geschenke umzutauschen. Für den britischen Einzelhandel ist der Boxing Day einer der umsatzstärksten Tage im ganzen Jahr.

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